Ortsportrait

Urkundlich wurde Gau-Bischofsheim erstmalig 769 erwähnt, und im Jahr 1250 soll der Ort ein „blühendes Dörfchen“ gewesen sein. Wie noch heute erkennbar, war das Dorf einmal eine spätfränkische Siedlung. Schon im Mittelalter hatte das Mainzer Domkapitel hier Besitz.

Erzbischof Konrad III (1419-1434), Erzkanzler des Deutschen Reiches (er gehörte zu den Kurfürsten), tauschte 1424 mit seinem Domkapitel die Hälfte der Stadt Bingen und Burg gegen die Dörfer Hochheim, Flörsheim, Bierstadt und „Bischofsheim auf dem Gau“ das nun zum Erzstift gehörte.

An diese ehemaligen Ortsherren erinnert das Ortswappen von Gau-Bischofsheim, das Dr. Leitermann nach einem Vorbild aus dem Jahre 1651 gestaltet hat. Das Wappen zeigt einen geteilten Schild, oben in Silber zwei schräggestellte Balken, unten in Rot ein halbes silbernes Rad mit drei Speichen.

1801 kam das linke Rheinufer an Frankreich, und die Commune (kleinste Verwaltungseinheit) Gau-Bischofsheim gehörte zu Harxheim im Bezirk Nieder-Olm des Département Tonnère (Donnersberg).

Von den Weltkriegen blieben keine größeren Schäden zurück. Im 2. Weltkrieg stand das nahe Mainz in Flammen. Gau-Bischofsheim blieb ziemlich verschont. Die Gemeinde hatte 1945 aber 26 Tote und 8 Vermisste zu beklagen. Durch die 1969 durchgeführte Verwaltungsreform wurde aus den Gemeinden Bodenheim, Gau-Bischofsheim, Harxheim, Lörzweiler und Nackenheim die „Verbandsgemeinde Bodenheim“ gebildet.

Im Rahmen der deutsch-französischen Beziehungen zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund wurden 1974 partnerschaftliche Bindungen mit Liernais aufgenommen. Diese „Jumelage“ wird von einem separaten Ausschuss, dem „Freundeskreis Liernais – Gau-Bischofsheim“, gepflegt und weiter vertieft. Durch die Ausweisung von Neubaugebieten ist die Zahl der Einwohner stark gestiegen. Nach dem Krieg zählte Gau-Bischofsheim 500 Einwohner zuzüglich 130 Evakuierte aus Mainz. 1973 konnte das Tausendste Gemeindemitglied gefeiert werden. Heute leben in der „Berggemeinde“ rund 2100 Einwohner.
Ein Bürger, der spätere Bürgermeister (1861-1871) Philipp Knab I., geriet im Napoleonischen Krieg in russische Gefangenschaft, und nach seiner Entlassung legte er den Weg in seine Heimat zu Fuß zurück.

Die Steuern und Naturalabgaben an die Franzosen und später an die kaiserlich-russischen Truppen brachten die Bewohner in harte Bedrängnis. Etliche starben auch an Seuchen, welche die Soldaten eingeschleppt hatten.

1816 kam Gau-Bischofsheim zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Der Ort, der hauptsächlich vom Weinanbau lebte, hatte zu dieser Zeit noch große Schulden. Doch 1830 konnte man in der Kirchstraße ein neues Schulhaus bauen und 1864 musste die erst 1725 erbaute Kirche abgebrochen und neu errichtet werden. 1773 hatte die Pfarrgemeinde die in Mainz 1667 erbaute Geissel-Orgel gekauft. Bei ihrer Renovierung im Jahre 1972 stellte sich heraus, dass sie die älteste Orgel von Rheinland-Pfalz ist. 1870 nahmen an dem Krieg gegen Frankreich 17 junge Männer aus der Gemeinde teil. Zum Gedächtnis an diese Teilnahme errichtete die Gemeinde im Kirchgarten ein Denkmal, das im Mai 1872 enthüllt wurde.

Die Bürgermeister von Gau-Bischofsheim nach 1945

  • 1945 – 1952 Peter Göth VI
  • 1952 – 1969 Karl-Jakob Gerhard
  • 1969 – 1989 Karl-Heinz Göth
  • 1989 – 1999 Karl-Heinz Behlendorf
  • 1999 – 2004 Erich Gröger
  • seit 2004 Patric Müller

Findbuch

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Angaben zur Geschichte unseres Ortes finden sich in vielen Urkunden, Protokollen und Schriftstücken, die sich in Pfarrbüchern, Gemeindearchiven, Amtsbüchern befinden.
Diese Fundstellen wurden von Herrn Bernhard Marschall zusammengetragen und in einem sog. „Findbuch“ geordnet dargestellt. Das Findbuch enthält nur die Angaben, wo und in welchem Archiv das entsprechende Dokument zu finden ist.

Das Findbuch liegt im PDF-Format vor und kann herunter geladen werden.
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